Herzlich Willkommen und Waidmannsheil    beim

Hegering Meinerzhagen Valbert e.V.     

        Fachbegriffe zum          

Wildschwein oder Schwarzwild

Im   Deutschen ( und damit auch österreichischen ) Waidwerk zählt das   Wildschein (Schwarzwild) zum HOCHWILD. Eine schwarzbraune bis   schwarzgraue Färbung der älteren Exemplare gaben den Wildschweinen die jagdliche Bezeichnung  "Schwarzwild". Die Fähigkeit zur Anpassung,   der heimlichen Lebensweise und nicht zuletzt das intelligente Verhalten haben dazu beigetragen das sich der Urahn unseres heutigen Hausschweins   seit Millionen von Jahren kaum verändert hat. Im Vergleich zum bekannten   Hausschwein ist das Wildschwein hochläufig, hat lange Beine. Der Körper   wirkt gedrungen. Das Wildschwein hat eine auffällig starkes Gebiss. Der  Kopf ist beim männlichen Stück eher dreieckig, beim weiblichen Stück eher länglich.

  

Das Schwarzwild   zählt in  Deutschland und Österreich zum Hochwild.

 

Sozialstruktur:   Es lebt in Rotten mehrerer Bachen mit ihren Frischlingen. Die Keiler leben einzeln und treffen nur in der Paarungszeit mit den Rotten zusammen.   

Die jungen Wildschweine werden Frischlinge genannt.

   

Merkmale:     Körperlänge 110 - 155 cm,     Schwanz  15 – 20 cm,     Gewicht 50 - 190 kg bei Ebern und bei Bachen (Weibchen) 35 – 160 kg  

            

In Gestalt und Aussehen kann man das Wildschwein mit keiner      anderen freilebenden Tierart Europas verwechseln.                  

Kopf keilförmig, der mit kurzem Hals in den massigen, gedrungenen Körper übergeht. Schnauze mit Rüsselscheibe. erreichen.         ausgewachsene männliche Tiere mit großen Eckzähnen im Oberkiefer und im Unterkiefer; dichtes, borstiges Fell, dunkel graubraun gefärbt;   Frischlinge gelbbraun, dabei rotbraun längsgestreift, bekommen im Alter von etwa 10 Monaten die Färbung der erwachsenen Tiere.           

Die Eber fallen besonders durch die mit zunehmendem Alter immer weiter hervorstehende Eckzähne (Hauer) auf. Sie stellen gefährliche Waffen dar. Keiler können ein Gewicht von bis zu 250 kg erreichen.      Am Lauf sind die 2. und 5 fünfte Zehe (Afterklauen, Geäfter) noch deutlich ausgebildet und auch im Trittsiegel (Fährte) gut erkennbar.         

        

Lebensraum:      Wildschweine richten keine besonderen Ansprüche an ihren Lebensraum. Sie meiden nur ganz offenes Gelände ohne jegliche Deckung und die Hochlagen im Gebirge.   Feuchte Laub- und Laubmischwälder bilden zweifellos die günstigste   Lebensweise, weil die Wildschweine dort leichte nach Nahrung wühlen und   die herbstliche Mast an Bucheckern und Eicheln nutzen können.

 

 

Auwälder stellten früher sicher die Zentren ihrer Verbreitung    dar, ber dieser Waldtyp ist heute in Mitteleuropa nahezu vernichtet. Sie brauchen Wasserstellen, um zu trinken und zu  suhlen. Wildschweine sind sehr anpassungsfähig und tauchen zunehmend auch in den Vorgärten von Stadtgebieten auf.      Fichtendickungen im Flachland und im Mittelgebirgsbereich ersetzen jetzt die Auen als Rückzugsgebiet.  

Die Anwesenheit von Wildschweinen verrät mit unter auch ihr ausgeprägter Geruch. Auch typische Wühlstellen zeugen von Ihnen.  

 

Lebensweise:      Wildschweine leben in geselligen in        Familienverbänden, die Rotten genannt werden. Den Kern dieses Verbandes bildet die Bache mit ihren Jungen, den Frischlingen. Auch die vorjährigen Jungtiere bleiben nicht selten mit im Verband, bis sie    geschlechtsreif werden. Die Eber (Keiler) besuchen die Rotten       gelegentlich, ohne sich aber um die Jungen zu kümmern. Erst mit        Einsetzen der Fortpflanzungszeit schließen sich die Sauen an.
Die einzelnen Gruppen halten sich an feste Einstände. Dorthin              ziehen sie sich tagsüber zurück, ruhen in der Deckung oder suhlen        sich in Schlammpfützen. Gegen Abend wird die Rotte munter und       zieht zur Nahrungssuche aus. Vorsichtig nähern sich die Tiere dem       Waldrand, stets nach allen Seiten sichernd. Dabei können sie sich       erstaunlich leise bewegen, während sie sonst, bei Flucht etwa, mit      großem Getöse durchs Dickicht brechen. Sie schwimmen sehr gut und  besiedelten daher auch Inseln in breiten Strömen der Seen. Mit         ihren kleinen Augen sehen sie schlecht, und sie verlassen sich            mehr auf ihr Gehör und auf ihre empfindliche, rüsselförmige Nase.     Sie dient auch zum Wühlen, wenn
die Wildschweine nach Würmern, Insektenlarven, Knollen (Kartoffeln oder stärkereichen Speisewurzel) oder Pilzen suchen. Die fast scheibenförmige Schnauze ermöglicht einerseits das Aufbrechen der Erde, andererseits den gleichzeitigen Einsatz des Geruchsorgans. Wildschweine schätzen Hautkontakt mit Artgenossen. Sie lagern zusammen, reiben sich die Schwarte und putzen sich auch gegenseitig. Die bei den Keilern stark ausgebildeten Hauer dienen nicht nur zum Kampf gegen Rivalen, sondern auch zur Abwehr von Feinden.

                                                

  Nahrung: Wildschweine kann man mit Recht als echte Allesfresser bezeichnen.. Das Nahrungsspektrum umfasst pflanzliche und tierische Nahrung: Gras, Kräuter, Knollen, Wurzeln, Eicheln, Früchte und Samen, Würmer, Insekten, Mäuse und Gelege von Bodenbrütern, Jungtiere, frisst auch Aas. Mit der Schnauze brechen die Sauen den Boden nach Nahrung um, sie pflügen im wahrsten Sinne des Wortes den Boden.                 

        

  Fortpflanzung:  Geschlechtsreife tritt bei guten        Nahrungsbedingungen ab dem 1 . Lebensjahr ein. Die Paarungszeit ist im November und Dezember. Bei guter Nahrungsversorgung und gestörter Sozialordnung können Bachen allerdings das ganze Jahr über  paarungsbereit sein. Normalerweise synchronisiert die Leitbache die     Paarungsbereitschaft aller Bachen in der Rotte.
Vor der Geburt sondert sich die Bache von der Rotte ab und zieht sich in einen geschlossenen Wurfkessel (=mit Gräsern ausgepolstertes Nest im Gestrüpp) zurück, den sie zuvor gebaut hat. Nach einer Tragzeit von 4 Monaten wirft sie dort 1 bis 8 Frischlinge, die 3 Monate gesäugt werden. In den ersten Tagen nach der Geburt duldet sie keine Artgenossen, sie verliert sogar die Furcht vor den Menschen und greift an, wenn sich jemand dem Kessel nähert. Sauen vernehmen sehr gut, äugen jedoch schlecht, Bewegungen werden aber wahrgenommen. Hervorragend ausgebildet sind das Witterungsvermögen und der Geschmackssinn, der sie zum Herausfinden von Leckerbissen befähigt. Sie haben ein hohes Lernvermögen, ein sehr gutes Gedächtnis und ein ausgeprägtes Zeitempfinden. Lautäußerungen sind sehr  häufig. Wenn eine Rotte Sauen rege ist oder im Gebräch steht, sind die      verschiedensten Lautäußerungen zu hören. Brechende Sauen grunzen und schmatzen. Bachen grunzen, um ihre Frischlinge bei sich zu halten. Frischlinge quieken oder klagen, wenn sie gestoßen werden oder ein    stärkerer Artgenosse ihnen einen Stoß mit dem Gebräch versetzt. Bei   Gefahr, Erregung und Unsicherheit warnen sie durch das Blasen. Bei     erkannter Gefahr werden sie nach einem deutlichen "Wuff" flüchtig.     Sauen, die in Not geraten, von Hunden gepackt werden oder schmerzhafte Knochenschüsse haben, klagen (ähnlich wie das Hausschwein), dies kommt jedoch nur selten vor. Wird ein weidwunder Keiler von Hunden gestellt oder stehen sich zur Rauschzeit zwei Rivalen gegenüber, ist das Wetzen der Waffen zu hören. Der Keiler schlägt dabei aus Wut das Gewaff aufeinander.

 


Weidmännische Fachbegriffe zum Schwarzwild 

                                                           

abschwarten

Abziehen der Haut

angehender Keiler

drei bis vier Jahre altes männliches Schwarzwild

angehendes Schwein

drei bis vier Jahre altes männliches Schwarzwild

Bache

weibliches Schwarzwild ab dem zweiten Lebensjahr

Basse

alter, starker Keiler (auch Hauptschwein)

blasen

schnauben

Blatt

die Schulter

Borste

ein Haar vom Wildschwein

brechen

die Nahrungssuche des Schwarzwild

Bürzel

der Schwanz beim Wildschwein

einkesseln

im Kessel niederlegen

einschieben

im Lager niederlegen

Federlein

der Schwanz beim Wildschwein

Federn

zum Saubart gebundene Borsten; Winterborsten aus der vorderen Rückenpartie des Keilers

Feuchtglied

männliches Geschlechtsteil beim Schwarzwild

Fraß

die Nahrung

frischen

Gebären

Frischling

männliches und weibliches Schwarzwild bis zu einem Alter von zwölf Monaten

Frischlingsbache

am Ende des ersten Lebensjahres begatteter weiblicher Frischling

Gebräch

durchwühlter Boden bei der Nahrungssuche

Gebrech

das Maul, vorderer Kopf

geringe Bache

2- bis 3-jährige Bache

geringer Keiler

2- bis 3-jähriger Keiler

Gewaff

beim Keiler die oberen und unteren Eckzähne

Gewehre

Eckzähne im Unterkiefer des Keiler

grobe Sau

Schwarzwild ab dem dritten Lebensjahr

grobes Schwein

Schwarzwild ab dem dritten Lebensjahr

gutes Schwein

5 bis 6-jähriges männliches Schwarzwild

Haderer

Eckzähne im Oberkiefer des Keilers

Haken

Eckzähne im Ober- und Unterkiefer der Bache

Hamer

die Keule

hauendes Schwein

fünf bis 6-jähriges männliches Schwarzwild

Hauer

Eckzähne im Unterkiefer des Keilers

Hauptschwein

männliches Schwarzwild ab dem 7. Lebensjahr

Hosenflicker

scherzhafte Bezeichnung für einen angriffslustigen, zwei bis dreijährigen Keiler

Kamm

oberer Teil des Halses

Keiler

männliches Schwarzwild

Kessel

das Lager einer Wildschweinrotte

Kirren

anlocken der Bachen

klagen

das quiecken von Wildschwein

Klötze

beim Keiler die äußeren Geschlechtsteil

Kopf

der Kopf

körnen

anlocken der Bachen

Kurzwildbret

beim Keiler die äußeren Geschlechtsteile

Lager

Ruhestätte eines Stücks

Magen

der Magen des Schwarzwild

Malbaum

bevorzugter Baum an dem sich die Sauen reiben; meist nahe der Suhle

Ohrpinsel

überlange Borsten an den Ohren

Panzer

Schlammkruste auf den Blättern (Schulterblätter)

Panzerschwein

Schlammkruste auf den Blättern (Schulterblätter)

Pinsel

Haare am Geschlechtsorgan des Keilers

Quaste

Haarbüschel am Schwanzende

rauschen

begatten

Rauschknospe

das weibliche Geschlechtsteil

Rauschzeit

die Begattungszeit

Rotte

Gruppe von Wildschweinen

Saubart

zum Hutschmuck gebundene Borsten

Scheibe

die Nase des Wildschwein

Schüsseln

die Ohren des Wildschwein

Schwarte

die Haut des Wildschwein

Schwarzkittel

eher scherzhafte Bezeichnung für das Schwarzwild

Teller

die Ohren des Wildschwein

überlaufende Bache

weibliches Schwarzwild im Alter von ein bis zwei Jahren

überlaufender Keiler

männliches Schwarzwild im Alter von ein bis zwei Jahren

Überläufer

weibliches und männliches Schwarzwild im Alter von ein bis zwei Jahren

Überläuferbache

weibliches Schwarzwild im Alter von ein bis zwei Jahren

Überläuferkeiler

männliches Schwarzwild im Alter von ein bis zwei Jahren

Waffen

Eckzähne im Ober- und Unterkiefer des Keilers

weißes

das Fett beim Wildschwein

wetzen

Geräusch beim aufeinanderschlagen der Waffen eines wütenden Keilers

Wurf

die Nase

Zunge

die Zunge des Wildschwein

 

 

Quelle Südtiroler Jagdportal ; Herzlichen Dank  

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